Aktuelles


Auch in Deutschland Krebs bei Kindern nach CT

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) hatte im März 2017 in einer Stellungnahme zum neuen Strahlenschutzgesetz u.a. darauf hingewiesen, dass in Studien aus Großbritannien (Pearce et al. 2012) und Australien (Matthews et al. 2013) bei Kindern ein hohes relatives Risiko für Krebserkrankungen in Folge von CT-Scans feststellbar war. Ein solches Ergebnis liegt auch für deutsche Kinder vor (Krille et al. 2015, 2017), das sich allerdings durch die Art der Darstellung nur schwer erschließt, siehe dazu beigefügten Kommentar: 

Kinderkrebs nach CT
Von I. Schmitz-Feuerhake
Stellungnahme.pdf [ 178.8 KB ]

Anstieg der perinatalen Sterblichkeit in Japan nach Fukushima

Der Mathematiker Hagen Scherb und die japanischen Ärzte Kuniyoshi Mori und Keiji Hayashi haben in der Zeitschrift „Medicine (Baltimore)“ im September 2016 eine Zunahme der perinatalen Sterblichkeit nach den Reaktorunfällen in Japan des Jahres 2011 dokumentiert. In einem „Letter to the Editor“ an das „Journal of Radiological Protection“ im Mai 2019 wurden die ursprünglichen Befunde bis zum Jahr 2014 für die Jahre 2015-2017 fortgeschrieben und aktualisiert. In Japan sind von 2012 bis 2017 aufgrund dieser Analysen etwa 1100 zusätzliche perinatale Todesfälle zu verzeichnen. Sehen Sie hier den "Letter":

Perinatale Sterblichkeit
Von H. Scherb 2019
Letter.pdf [ 496.7 KB ]


Im Jahr 2015 haben wir einen Bericht des Otto-Hug-Strahleninstituts unter dem Titel "Unterschätzte Gesundheitsgefahren durch Radioaktivität am Beispiel der Radarsoldaten" veröffentlicht. Er kann in Buchform bezogen werden beim Bund zur Unterstützung Radargeschädigter e.V. und der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. (Geschäftsstelle): Berichte des Otto-Hug-Strahleninstituts, ISSN 0941-0791, Bericht Nr. 25, 2015, 208 S., 9,80 EUR. Der Bericht steht hier zum Download bereit:

Unterschätzte Gesundheitsgef.
Von W. Mämpel u.a. 2015
OH25_gesamt.pdf [ 4.7 MB ]


Atomenergie und ihre Folgen - Herausforderungen für künftige Generationen

Bildungsmaterialien über die Folgen der Atomenergienutzung und die Herausforderungen einer sicheren Lagerung von Atommüll werden vom Verbund Atommüllreport und der BUNDjugend bereitgestellt. Sie sind modular aufgebaut und orientieren sich am Schulunterricht Sekundarstufe I und II (ab Jahrgangsstufe 9/10). Sie sind für den Einsatz in gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fächern, aber auch für Projektarbeit und Erwachsenenbildung geeignet.
Kostenloser Download unter www.atommuellreport.de


Nachweis strahleninduzierter Mutationen bei den Nachkommen von Radarsoldaten

Nicht nur bei Soldaten, die während des Kalten Krieges in Radaranlagen gearbeitet hatten, traten Strahlenschäden auf, sondern auch bei ihren Nachkommen. Dies hat eine Forschergruppe aus Berlin und Bonn durch Genanalysen bei Eltern und Kindern festgestellt (Holtgrewe et al., Sci. Rep. 8, 2018). Als Verursacher muss man Röntgenstörstrahlung und radioaktive Leuchtfarbe ansehen. Die verwendete Methodik ist geeignet, die derzeitige Lehrmeinung über ein vernachlässigbares genetisches Strahlenrisiko zu widerlegen. Ein Bericht von Mitautoren der Studie siehe anbei.


Geplante Verordnung über die Zulässigkeit der Anwendung ionisierender Strahlung und radioaktiver Stoffe am Menschen zur Früherkennung nicht übertragbarer Krankheiten

Durch das 2017 erlassene neue Strahlenschutzgesetz ist eine Verordnung über die Zulässigkeit von Früherkennungsuntersuchungen an gesunden Personen mittels Röntgen oder Radioaktivität notwendig geworden. Dazu haben wir wie folgt Stellung genommen:

Die Gesellschaft für Strahlenschutz lehnt den Einsatz von Röntgen- oder radioaktiver Strahlung – und damit einer ihrerseits kanzerogenen Methode – als Massenscreening zur Früherkennung grundsätzlich ab.

Wir fordern deshalb die Einstellung des derzeit einzig zugelassenen Verfahrens zur Brustkrebsfrüherkennung.

Deutschland hat ein neues Strahlenschutzgesetz. Anlass ist eine EURATOM-Richtlinie von 2013, die bis Februar 2018 in nationales Recht umgesetzt werden muss und auf Vorgaben der ICRP von 2007 basiert. GSS-Mitglieder haben an einer Stellungnahme mitgewirkt (s. Download), in der Forderungen zu einem verbesserten Strahlenschutz aufgestellt werden. GSS und IPPNW haben sich diesen Forderungen angeschlossen sowie eine große Anzahl von Antiatominitiativen.

Forderungen Strahlenschutzges.
Vom BUND 2017

Sehen Sie unter der folgenden Adresse "Hinkley Point: Wie sich die Atomlobby zu Tode siegt", einen Atom-Krimi von Eva Stegen:

https://www.youtube.com/watch?v=Gtg_EuMDAkc


"Schilddrüsenkarzinome bei Kindern und Jugendlichen in der Präfektur Fukushima": Strahlentelex kommentiert eine wissenschaftliche Untersuchung von Tsuda und Mitarbeitern, die bereits vier Jahre nach der Reaktorkatastrophe einen starken Anstieg der Schilddrüsenkarzinome festgestellt hat, bis zu 50fach in der höchstbelasteten Region, siehe: 

www.strahlentelex.de/Stx_15_692-693_S07-08.pdf